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Über den rechten Horst und die Ökonomisierung des Menschseins

Horst Seehofer ist ein Mann des Volkes. Jedenfalls des rechten Volkes. Der echten Volksdeutschen. Der xenophoben Kleingeister, kurz: der verklemmten rechtsaußen-Wählerschaft. So präsentiert er sich gern, der Chef jener Partei, die sich christlich und sozial nennt. Sozial für Deutsche zumindest. Und Christen vielleicht auch noch, aber davon soll es im Ausland ja angeblich auch welche geben. So munkelt man jedenfalls in den aufgeklärt-intelektuellen Kreisen der CSU. Um auf das soziale zurückzukommen: Was "Ausländer" in Deutschland angeht, die die Sprache nicht perfekt beherrschen, die zu Weihnachten vielleicht sogar nicht in die Kirche gehen, Integrationsverweigerer eben, denen soll man Sozialleistungen auch ganz nehmen können. Als Sanktion. Kann ja auch nur gerecht sein. Im Vergleich zu einem abgelehnten Arbeitsplatzangebot ist die rassistisch motivierte Verweigerung von Existenzsicherung und Menschenwürde für bestimmte unliebsame Bevölkerungsgruppen ja noch eine geradezu lächerliche Strafe. Offenkundig. So ein Pack verdient doch keine Rechte! Oder sogar gutes deutsches Brot. Christlich und sozial eben! Und das es einfach Kulturkreise gibt, die mit Deutschland absolut nicht kompatibel sind, weiß man auch schon länger. Nur welche Kulturkreise das sind, das verändert sich im Laufe der Zeit ab und zu. Im Moment sind es Araber und Türken, die können wir auf keinen Fall mehr gebrauchen, sagt Seehofer. Immer schon waren und sind es aber auch Schwarze und irgendwann mittendrin waren es auch mal die Juden, von denen wir ja jetzt dank Sarrazin wissen, dass sie auch tatsächlich alle ein und das selbe Juden-Gen haben. Vielleicht waren es auch Juden-Gene. Wer weiß. Soziale Ursachen für Schwierigkeiten hat es doch noch nie gegeben. Alles nur eine Frage von Kultur, Sprache, Religion oder auch von Genen. Logisch. Na jedenfalls muss die christliche Kultur wieder einmal vor einer Masse von böswilligen Ausländern geschützt werden. Schon das leuchtenden Vorbild der verkappt rechtspopulistischen CSU, Edmund Stoiber, hatte früher in seiner ihm eigenen, eloquenten Art erklärt, man müsse Deutschland vor Überfremdung oder gar Durchrassung schützen. Sekundiert wird diesem Schwall von fortschrittlichem Politiker-sagen-Ausländer-sind-doch-irgendwie-scheiße-auch-wenn-das-natürlich-gar-nicht-rassistisch-gemeint-ist-Brei von einer anderen menschenorientierten Seite: Von der Arbeitsagentur. Ganz getreu nach Söders Motto (auch dieser renommierte deutsche Spitzenpolitiker hatte sich in die verbale Pissrinne dieser vermeintlich sinnvollen Diskussionsrunde begeben) "Ausländer ja, aber nur die, die gut sind für Deutschland", hatte der Chef der Bundesagentur für Arbeit gefordert, hochqualifizierte Arbeitnehmer zu "importieren". Dafür fordert die FDP schon länger ein Punktesystem, um das ausländische Arbeitsfleisch ausreichend sortieren zu können. Nach brauchbar oder unbrauchbar. Denn als Mensch und gerade als Ausländer ist ist man natürlich nur dann wertvoll, wenn man der deutschen Wirtschaft nutzt. Der Markt regiert. Und auf dem haben Menschen unterschiedliche Wertigkeiten und, so wünscht man es sich in diesen Kreisen offenbar, auch unterschiedliche Rechte. Das kann man so natürlich nicht sagen. Wahr ist es aber. Aber gut, zurück zu Horst und seiner CSU. Und da sei zum Schluss einfach nur noch ein kleiner Denkanstoß gegeben: Schiebt die CSU ab, schafft Platz für Asylsuchende!
11.10.10 13:30


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